Kaufberatung Fahrradcomputer: Kabel, Funk, GPS und BEELINE

Fahrradschmiede Berlin
Rennradlenker von oben, ein Fahrradcomputer sitzt mit Kabel am Vorbau, die Hände des Fahrers liegen an den Bremsgriffen

Ein Fahrradcomputer beantwortet zwei Fragen, die am Rad sonst niemand beantwortet: Wie weit war ich, und wie schnell. Ein einfaches Gerät kostet wenig und leistet damit etwas, das im Auto selbstverständlich ist und am Fahrrad erstaunlich oft fehlt.

Beim Kauf zählt zuerst, was du unterwegs sehen möchtest: Geschwindigkeit und Strecke, eine Karte oder Abbiegehinweise. Bei einem klassischen Kabel- oder Funkcomputer kommen die Montage von Sensor und Magnet und der richtige Radumfang dazu.

Handy oder eigenes Gerät?

Wenn du vor allem Geschwindigkeit, Tageskilometer und Fahrzeit ablesen möchtest, empfehle ich einen einfachen Fahrradcomputer. Er misst unabhängig vom Smartphone, und du brauchst dafür keine App.

Für Navigation hast du mehrere Möglichkeiten. Mit einer Smartphone-Halterung siehst du die Karte direkt auf dem Handy. Ein eigenständiger GPS-Computer arbeitet je nach Modell auch ohne laufende Smartphone-Verbindung. Das BEELINE Moto II nutzt dagegen das Smartphone zur Navigation und zeigt die Route auf einem separaten Display am Lenker. Das Handy bleibt dabei Teil des Systems.

Ich würde danach auswählen, wie du unterwegs navigieren möchtest: mit einer großen Kartenansicht, einem eigenständigen Gerät oder einem kompakten Display für die nächsten Abzweigungen.

Die drei Bauarten

Kabelgebunden

Ein Reedkontakt sitzt am Gabelbein, ein Magnet an einer Speiche, dazwischen führt ein dünnes Kabel zum Lenkerhalter. Jedes Mal, wenn der Magnet am Sensor vorbeikommt, schließt der Kontakt kurz. Aus dem Zeitabstand zwischen zwei Impulsen rechnet der Computer die Geschwindigkeit aus, aus ihrer Anzahl die Strecke.

Das ist die einfachste Variante, weil ihr am wenigsten fehlen kann: keine Funkstrecke, die gestört wird, und keine zweite Batterie im Sensor, die leer geht. Der Aufwand steckt in der Kabelverlegung. Das Kabel läuft am Gabelbein hoch, wird mit Kabelbindern fixiert und braucht am Steuersatz eine Schlaufe, damit es beim vollen Lenkeinschlag nicht spannt. Bei einer Federgabel kommt der Federweg dazu, dann muss die Schlaufe entsprechend größer ausfallen.

Funk

Gleiches Messprinzip, nur schickt der Sensor seine Impulse per Funk an den Lenker. Kein Kabel, dafür eine zweite Knopfzelle im Sensor. Ältere analoge Funkstrecken lassen sich stören, digitale Übertragung nach ANT+ oder Bluetooth ist dagegen robust und erlaubt zusätzlich Trittfrequenz- und Herzfrequenzsensoren.

GPS

Kein Sensor am Rad, kein Magnet, keine Radumfangeinstellung. Das Gerät bestimmt Position und Geschwindigkeit über Satelliten und zeichnet die Strecke auf. Dafür braucht es Empfang, muss geladen werden und kostet ein Vielfaches. Sinnvoll wird das, sobald Navigation, Höhenmeter oder Tourenaufzeichnung eine Rolle spielen.

Kabel Funk GPS
Batterie im Sensor keine ja entfällt
Störungen möglich nein bei analoger Übertragung bei schlechtem Empfang
Montageaufwand Kabel verlegen gering Halter anklipsen
Radumfang nötig ja ja nein
Streckenaufzeichnung nein nein ja
Einordnung der günstige Einstieg eine Stufe darüber die teuerste Bauart

Navigation mit Smartphone und BEELINE Moto II

Beim BEELINE Moto II kann dein Smartphone in der Tasche bleiben. Am Lenker sitzt nur die kleine Anzeige, auf der du die Route und den nächsten Abzweig siehst. Die Navigation läuft über die Beeline-App auf deinem Smartphone, das während der Fahrt per Bluetooth verbunden bleibt.

Was zeigt das Display?

Das runde Display zeigt die nächste Abbiegerichtung, die Entfernung dorthin und eine vereinfachte Darstellung der Route. Je nach Ansicht kommen Fahrtdaten wie Geschwindigkeit und voraussichtliche Ankunftszeit hinzu. Für eine große, detailreiche Kartenansicht am Lenker ist eine Smartphone-Halterung die naheliegendere Lösung.

Smartphone und App gehören dazu

Du planst die Strecke in der Beeline-App. Das gekoppelte Smartphone liefert GPS-Position und Routendaten per Bluetooth an das Moto II und muss auf der Fahrt mit dabei sein. Für geplante Touren gibt es eine schrittweise Routenführung. Im Kompassmodus zeigt dir das Gerät die Richtung zum Ziel, wenn du deinen Weg selbst wählen möchtest. Auch GPX-Routen lassen sich über die App nutzen.

Beeline nennt derzeit iOS 16 oder neuer beziehungsweise Android 8 oder neuer mit Google Play sowie Bluetooth 4.0 als Mindestvoraussetzungen. Prüfe vor dem Kauf die aktuellen Smartphone-Anforderungen bei Beeline.

Montage und Ausführungen

Der Universalhalter mit Elastikbändern gehört zum Lieferumfang. Für eine feste Montage ist der BEELINE Moto II Lenkerhalter separat erhältlich. Prüfe, ob die gewählte Halterung an deinen Lenker passt und genügend Platz zwischen Lampe, Klingel und anderen Anbauteilen bleibt.

Die schwarze Ausführung besitzt ein Kunststoffgehäuse und wiegt 42 g. Gunmetal und Silber haben ein Aluminiumgehäuse und wiegen 60 g. Classic kombiniert Aluminium, eine polierte Edelstahlblende und eine Rückseite aus ASA-Polymer. Die Wahl ist vor allem eine Frage von Material, Gewicht und Optik; die Bedienidee bleibt gleich.

Wenn du Hilfe bei Position und Blickwinkel brauchst, findest du hier unseren Montageservice für Fahrradcomputer. Was an deinem Rad zu tun ist, besprechen wir bei der Annahme.

Der Radumfang: die eine Einstellung, auf die es ankommt

Ein Kabel- oder Funkcomputer zählt Radumdrehungen. Damit daraus Kilometer werden, muss er wissen, wie weit dein Rad bei einer Umdrehung abrollt. Dieser Wert wird in Millimetern eingegeben. Bleibt die Werkseinstellung stehen, zeigt der Computer dauerhaft falsch, und zwar bei Geschwindigkeit und Strecke gleichermaßen.

Am genauesten ist die Abrollmethode, und sie dauert zwei Minuten:

  1. Den Reifen auf den normalen Betriebsdruck aufpumpen.
  2. Aufsteigen. Unter Last drückt sich der Reifen zusammen und rollt kürzer ab als im entlasteten Zustand.
  3. Das Ventil auf sechs Uhr stellen und die Stelle auf dem Boden markieren.
  4. Genau eine Umdrehung geradeaus rollen, bis das Ventil wieder unten steht, und erneut markieren.
  5. Den Abstand messen. Das Ergebnis in Millimetern ist dein Radumfang.

Wer es schneller braucht, nimmt einen Richtwert. Die folgenden Zahlen sind aus der ETRTO-Größe gerechnet, nach der Formel Umfang = 3,14 × (Felgendurchmesser + 2 × Reifenbreite). Sie liegen ein paar Millimeter über dem tatsächlichen Wert, weil der Reifen unter Last einfedert. Für den Alltag reicht das, für genaue Werte gilt die Abrollmethode oben.

ETRTO geläufige Bezeichnung Radumfang
47-406 20 x 1.75 (Kinderrad, Faltrad) 1570 mm
47-507 24 x 1.75 (Kinderrad) 1890 mm
47-559 26 x 1.75 (Citybike, MTB) 2050 mm
50-559 26 x 2.00 2070 mm
23-622 700 x 23C (Rennrad) 2100 mm
28-622 700 x 28C 2130 mm
32-622 700 x 32C 2155 mm
37-622 700 x 35C (Trekking) 2185 mm
40-622 700 x 38C (Trekking, Alltag) 2205 mm
54-584 27,5 x 2.10 2175 mm
50-622 29 x 2.00 2270 mm
40-635 28 x 1 1/2 (Hollandrad) 2245 mm

Die ETRTO-Zahl steht auf jeder Reifenflanke, zum Beispiel 37-622. Die erste Zahl ist die Reifenbreite, die zweite der Felgendurchmesser. Warum Zollangaben allein nicht reichen, steht ausführlich in unserer Kaufberatung Fahrradreifen. Merk dir vor allem eines: Wechselst du auf einen breiteren oder schmaleren Reifen, ändert sich der Radumfang mit, und der Computer muss neu eingestellt werden.

Sensor und Magnet richtig montieren

  • Der Sensor gehört an das Gabelbein, der Magnet an eine Speiche desselben Laufrads. Beide müssen auf gleicher Höhe stehen, sonst laufen sie aneinander vorbei.
  • Der Abstand zwischen Magnet und Sensor beträgt ein bis drei Millimeter. Weiter weg kommt der Impuls nicht mehr sicher an.
  • Auf dem Sensor ist die aktive Seite markiert, meist mit einer Linie oder einem Pfeil. Genau dort muss der Magnet vorbeilaufen.
  • An Rädern mit Nabendynamo oder Scheibenbremse wird es an der Gabel eng. Dann sitzt der Sensor weiter oben oder auf der anderen Gabelseite; beim Kabelcomputer verlängert das den Weg zum Lenker.
  • Nach der Montage das Vorderrad anheben und drehen. Der Computer muss reagieren. Wer das erst auf der Straße prüft, fährt noch einmal zurück.

Am Lenker konkurriert der Computer um Platz mit Klingel, Lampe und Halterungen. Wenn du ohnehin gerade umbaust, lohnt ein Blick in unsere Kaufberatung Fahrradbeleuchtung, damit am Ende alles nebeneinander passt.

Die Batterie

In den meisten Computern steckt eine Lithium-Knopfzelle vom Typ CR2032, in kleineren Geräten auch CR2025 oder CR1620. Eine Zelle hält je nach Nutzung ein bis zwei Jahre. Anzeichen für eine schwache Batterie sind ein blasses Display, sprunghafte Anzeigen oder ein Gerät, das sich nach jeder Fahrt selbst zurücksetzt.

Beim Wechsel gehen die Gesamtkilometer meist verloren. Wer sie behalten will, notiert sie vorher und trägt sie danach im Einstellmenü wieder ein; die meisten Geräte lassen das zu. Den Deckel mit einer Münze öffnen und nicht mit einem Schraubendreher, sonst leidet der Dichtring. Und beim Schließen den Dichtring sauber in seine Nut legen, denn er ist alles, was zwischen der Elektronik und dem nächsten Regen steht.

Worauf du bei Montage und Einstellung achtest

  1. Den Radumfang eintragen. Der Werkswert passt selten zum eigenen Rad. Wer mit einer 28-Zoll-Voreinstellung ein 26-Zoll-Rad fährt, liegt rund fünf Prozent daneben. Über eine Saison sind das schnell ein paar hundert Kilometer.
  2. Magnet und Sensor auf gleiche Höhe bringen. Stehen sie versetzt, sieht die Montage fertig aus, das Gerät bekommt aber kein Signal.
  3. Das Kabel mit Schlaufe verlegen. Zu straff verlegt reißt es beim ersten vollen Lenkeinschlag an der Durchführung im Halter. Danach hilft nur ein neuer Halter, denn reparieren lässt sich das nicht.
  4. Den Magneten fest anziehen. Nach dem Festschrauben einmal kräftig anfassen. Er darf sich nicht von Hand drehen lassen.
  5. Im Winter abnehmen. LCD-Anzeigen werden bei Frost träge und die Knopfzelle verliert Spannung. Bei längeren Standzeiten nimmst du den Computer ab, der Halter bleibt am Lenker.

Was wir führen

Für Geschwindigkeit, Tages- und Gesamtkilometer, Fahrzeit und Uhrzeit findest du bei uns den CONTEC CBC-464. Der kabelgebundene Computer hat acht Funktionen und ein beleuchtetes Display. Halter, Sensor, Kabel, Speichenmagnet und Batterie gehören zum Lieferumfang.

Wenn du navigieren möchtest, kannst du dir das BEELINE Moto II ansehen. Es ergänzt dein Smartphone um die separate Anzeige am Lenker. Möchtest du stattdessen direkt auf dem Handy navigieren, findest du passende Halterungen beim Handy-Zubehör.

Weiter im Sortiment

Die Auswahl findest du in der Sammlung Fahrradcomputer. Um denselben Platz am Lenker konkurrieren Beleuchtung, Klingeln und Handy Zubehör. Welcher Radumfang zu deiner Reifengröße gehört, hängt an der ETRTO-Zahl: Kaufberatung Fahrradreifen.

Komm vorbei

Wir montieren Fahrradcomputer und stellen sie ein. Die Montage, das Einstellen und der Batteriewechsel stehen als Werkstattleistung im Shop. Bring das Rad in die Fahrradschmiede Berlin in Prenzlauer Berg oder ruf an unter +49 30 440 396 96. Die Auswahl findest du in der Kategorie Fahrradcomputer.

Weitere interessante Themen