Für einen passenden Fahrradreifen prüfst Du zuerst beide ETRTO-Zahlen auf der Reifenflanke: Reifenbreite und Felgendurchmesser. Danach vergleichst Du Pannenschutz, Profil und zulässigen Luftdruck mit Deinem Einsatz. Gleiche Zollangaben können unterschiedliche Felgendurchmesser bezeichnen.
Reifen unterscheiden sich bei Rollwiderstand, Grip und Pannenschutz. Welche Eigenschaften Du brauchst, hängt davon ab, auf welchen Wegen Du fährst und wie wichtig Dir Gewicht, Komfort und Schutz vor Platten sind.
Wo findest Du die Reifengröße?
Auf jeder Reifenflanke steht eine ETRTO-Bezeichnung, zwei Zahlen mit Bindestrich, zum Beispiel 37-622. Die erste Zahl ist die Reifenbreite in Millimetern, die zweite der Felgendurchmesser. Diese zweite Zahl entscheidet, ob der Reifen überhaupt auf die Felge geht.
Die Zollangabe allein ist nicht eindeutig. Diese Beispiele aus unserem Sortiment zeigen, warum Du auch den Felgendurchmesser in der ETRTO-Angabe vergleichen solltest:
- „28 Zoll" kann 622 mm bedeuten (Trekkingrad) oder 635 mm (klassisches Hollandrad). Beide gibt es in 40 mm Breite, beide heißen 28 Zoll, und der eine passt nicht auf die Felge des anderen.
- „26 Zoll" kann 559 mm sein (Mountainbike, Citybike) oder 590 mm (altes Hollandrad).
- „28 Zoll" und „29 Zoll" bezeichnen dieselbe Felge, nämlich 622 mm. Der Name richtet sich nur nach der Reifenbreite.
Diese Größen kommen im Alltag am häufigsten vor:
- 28-622 und 32-622: schlanke Reifen für Trekkingräder und schnelle Stadträder
- 37-622 und 40-622: gängige Breiten für City- und Trekkingräder
- 47-559 und 50-559: typisch für ältere Citybikes und Mountainbikes mit 26-Zoll-Felgen
- 54-622 und 57-622: breite Reifen für Mountainbikes, Komfort und Lastenräder
- 40-635 und 37-590: die klassischen Hollandradmaße, die es nur noch selten gibt
Deshalb steht bei uns an jeder Reifengröße der ETRTO-Code vorn: 40-635 (Breite 40mm / Größe 28x1 1/2 Zoll - Hollandrad). Du liest die Zahlen von Deiner Reifenflanke ab und findest sie eins zu eins wieder. Wenn Du unsicher bist, bring Dein Rad mit. Wir helfen Dir, die Größe abzulesen.
Die ETRTO-Zahl brauchst Du noch an einer zweiten Stelle: Sie bestimmt den Radumfang, den ein Fahrradcomputer kennen muss, damit Geschwindigkeit und Kilometerstand überhaupt stimmen. Die Richtwerte je Größe stehen als Tabelle in unserer Kaufberatung Fahrradcomputer. Wer auf einen breiteren Reifen wechselt, stellt den Computer also am besten gleich mit um.
Welcher Pannenschutz passt zu Deinem Alltag?
Jeder Hersteller nennt seine Schutzschicht anders. Was dahintersteckt, ist eine Gummi- oder Gewebeeinlage zwischen Lauffläche und Karkasse. Je dicker sie ist, desto weniger kommt durch, und desto schwerer wird der Reifen.
| Bezeichnung | Wo | Einordnung |
|---|---|---|
| SmartGuard | Marathon Plus, Plus Tour, Plus MTB | Die dickste Einlage im Programm, rund 5 mm Spezialgummi. Der Grund, warum der Marathon Plus als nahezu unplattbar gilt. |
| GreenGuard | Green Marathon | 3 mm Einlage aus recyceltem Gummi. Deutlich leichter als SmartGuard, im Alltag trotzdem sehr robust. |
| K-Shield | Kenda K935 K-Shield | Kendas Pannenschutzband. Der günstigste Weg zu spürbar weniger Pannen. |
| K-Guard, RaceGuard | Road Cruiser, Rapid Rob, Big Apple | Basisschutz. Reicht für ruhigere Strecken und gemäßigte Kilometerleistung. |
| Preiswerte Alltagsreifen | Kenda Khan K935, K1172, Condura Coro | Preiswerter Ersatz, wenn ein Reifen einfach nur wieder rund laufen soll. |
Für tägliche Stadtfahrten empfehlen wir häufig den Marathon Plus. Seine Pannenschutzeinlage hilft gegen Scherben und andere spitze Gegenstände. Dafür ist er schwerer und rollt weniger leicht als ein leichter Sportreifen. Wenn Du Gewicht sparen möchtest, ist der Green Marathon eine Alternative.
Welche Reifenbreite und welches Profil brauchst Du?
Für Asphalt und feste Wege braucht es kein grobes Profil. Glatte oder fein strukturierte Reifen rollen leichter, sind leiser und verschleißen gleichmäßiger. Wer regelmäßig auf Schotter oder unbefestigten Strecken fährt, profitiert von einem Allround-Profil mit etwas mehr Struktur. Grobe Stollen wie beim Rapid Rob oder Smart Sam sind fürs Gelände gedacht; auf der Straße bremsen sie eher, als dass sie helfen.
Breitere Reifen bieten mehr Luftvolumen und können bei passendem Druck komfortabler fahren. Schmale Reifen sind nicht grundsätzlich schneller, breite nicht automatisch pannensicherer. Rollwiderstand und Pannenschutz hängen auch von Aufbau, Material, Luftdruck und Untergrund ab.
- 23 bis 28 mm für Rennrad und sportliche Stadträder, etwa der Continental Ultra Sport III
- 32 bis 40 mm der Alltagsbereich
- 47 bis 55 mm für Komfort, Lastenräder und schlechte Wege, zum Beispiel der Big Apple mit seinem großen Luftvolumen
Wichtig ist, was der Rahmen hergibt. Zwischen Reifen und Schutzblech oder Gabel sollten rundum ein paar Millimeter Luft bleiben, sonst schleift es, sobald sich etwas Dreck sammelt. Im Zweifel messen wir das nach.
Wie viel Luftdruck braucht Dein Reifen?
Auf jeder Reifenflanke steht ein Druckbereich, meist in bar und PSI. Breite Reifen brauchen weniger Druck, schmale mehr: Ein 37-622 Marathon Plus will 4 bis 6 bar, ein 50-559 dagegen nur 2 bis 5 bar.
Ist der Druck für die Belastung zu niedrig, kann bei einer Kante der Schlauch zwischen Reifen und Felge eingeklemmt werden. Dabei entstehen oft zwei Löcher nebeneinander, ein sogenannter Snakebite. Ein hoher Druck verringert den Federungskomfort und rollt auf unebenen Wegen nicht automatisch leichter. Halte die zulässigen Druckgrenzen von Reifen und Felge ein.
Unser Tipp: einmal im Monat prüfen. Schläuche verlieren auch ohne Defekt kontinuierlich Luft, das ist normal und kein Grund zur Sorge.
Was bedeuten E-25 und E-50 bei E-Bike-Reifen?
E-25 ist bei Schwalbe eine Herstellerempfehlung für Pedelecs mit Tretunterstützung bis 25 km/h, keine ECE-R75-Zulassung. Mit E-50 kennzeichnet Schwalbe Reifen mit ECE-R75-Zulassung und empfiehlt sie für schnelle E-Bikes. Für ein S-Pedelec muss die konkrete Bereifung freigegeben sein. Prüfe deshalb die Kennzeichnung des Reifens und die Vorgaben Deines Fahrzeugs.
Die Kennzeichnung kann sich je nach Reifengröße und Ausführung unterscheiden. Prüfe deshalb beim Marathon Plus, beim Green Marathon, beim Continental Contact Plus und beim Ultra Sport III die Angaben der ausgewählten Variante. Leite die Freigabe nicht allein vom Modellnamen ab. Wenn eine Angabe fehlt oder unklar ist, klären wir die konkrete Ausführung vor dem Kauf.
Genauso wichtig wie die Freigabe ist die zulässige Last. Sie hängt an der Reifenbreite und reicht von rund 65 kg bei kleinen Kinderradreifen bis 118 kg bei einem 50-559. Wer mit Kindersitz, Gepäck und Einkauf unterwegs ist, sollte hier nicht knapp kalkulieren. Ruf an oder komm vorbei, dann sagen wir Dir, was Deine Größe trägt.
Drahtreifen oder Faltreifen?
Drahtreifen haben einen Stahldraht im Wulst. Sie sind günstiger, robuster und für den Alltag völlig richtig, dafür schwerer und sperrig zu transportieren. Faltreifen haben stattdessen Kevlarfasern, wiegen rund 50 bis 100 Gramm weniger und lassen sich als Ersatzreifen in die Satteltasche packen. Bei uns ist der Continental Super Sport Plus der einzige Faltreifen im Programm.
Wann solltest Du den Reifen wechseln?
Diese Zeichen sprechen für einen Wechsel:
- Die Lauffläche ist in der Mitte flach abgefahren, das Profil dort verschwunden
- Risse in der Seitenwand, oft bei Rädern, die lange draußen standen
- Häufige Pannen ohne erkennbaren Grund: Der Pannenschutz ist durchgefahren
- Die Karkasse zeichnet sich als Gewebe durch die Lauffläche ab, dann ist es höchste Zeit
Prüfe Profil, Seitenwände und Lauffläche regelmäßig. Ein Reifen kann schon an Grip und Pannenschutz verloren haben, bevor der Verschleiß auf den ersten Blick auffällt.
Wie lange ein Reifen hält, hängt von Modell, Belastung, Luftdruck und Nutzung ab. Prüfe Vorder- und Hinterreifen einzeln auf Verschleiß und Beschädigungen. Du musst sie nicht grundsätzlich paarweise ersetzen.
Welcher Schlauch passt zum Reifen?
Zu jedem Reifen findest Du bei uns passende Schläuche, ausgewählt nach der ETRTO-Angabe. Ventilart und Ventillänge erklärt die Kaufberatung Fahrradschlauch. Prüfe beim Reifenwechsel auch den alten Schlauch und seine Flickstellen, bevor Du ihn wieder einbaust.
Reifengröße bei uns prüfen lassen
Unsicher bei Größe, Breite oder Freigabe? Bring das Rad in die Fahrradschmiede Berlin in Prenzlauer Berg oder ruf an unter +49 30 440 396 96. Wir lesen die ETRTO-Zahl ab, schauen uns Freiraum und Einsatz an und montieren auf Wunsch gleich mit. Die ganze Auswahl gibt es in der Kategorie Fahrradreifen.



