Kaufberatung Fahrradständer: Befestigung, Bauart und Traglast

Fahrradschmiede Berlin
Sieben bunte Stadträder stehen nebeneinander auf ihren Hinterbauständern an einem Geländer auf einem Kopfsteinpflasterplatz

Ob ein Fahrradständer an Dein Rad passt, entscheidet der Rahmen, genauer die Befestigung hinter dem Tretlager. Die Laufradgröße, die in den Produktbezeichnungen steht, hilft dabei nur begrenzt weiter.

Welche Befestigung hat Dein Rahmen?

Schau zuerst nach, welche Befestigung Dein Rahmen für einen Ständer hat. Die folgenden drei Bauarten sind an vielen Alltagsrädern zu finden.

  • Eine angeschweißte Ständerplatte hinter dem Tretlager, oft Pletscherplatte genannt: eine flache Lasche mit einem Loch, meist für eine M10-Schraube. Das haben die meisten Stadt-, Trekking- und Hollandräder. Du kannst Seitenständer und Zweibeinständer verbauen.
  • Zwei Gewinde an der Kettenstrebe, kurz hinter dem Tretlager auf der Antriebsseite oder gegenüber: Dafür gibt es verschraubte Hinterbauständer. Diese Variante ist bei neueren Trekking- und E-Bikes häufig.
  • Gar nichts. Kein Loch, keine Lasche, keine Gewinde. Typisch für Mountainbikes, Rennräder und sportliche Crossräder. Dann bleibt nur ein geklemmter Hinterbauständer, der am Rohr selbst festgezogen wird.

Mit der passenden Befestigung vermeidest Du, einen Ständer zu bestellen, der sich an Deinem Rahmen nicht montieren lässt.

Welcher Fahrradständer passt zu Deinem Einsatz?

Seitenständer am Mittelbau

Der Klassiker: ein Bein, das an der Ständerplatte hinter dem Tretlager sitzt und das Rad schräg abstellt. Er ist leicht, günstig und stört beim Fahren nicht. Der Nachteil zeigt sich, sobald Gewicht dazukommt: Ein schwerer Korb vorn oder ein Kindersitz hinten verschiebt den Schwerpunkt, und schräg stehende Räder kippen leichter. Achte hier auf die Ausladung. Ein Fuß, der weit vom Rad weg aufsetzt, gibt einen flacheren Stand und damit mehr Sicherheit als ein kurzer.

Hinterbauständer

Er sitzt weiter hinten an der Kettenstrebe und stützt das Rad ebenfalls schräg ab. Zwei Gründe sprechen für ihn: Er kommt ohne Ständerplatte aus, und er hält die Pedale frei, was bei Rädern mit kurzem Radstand ein echtes Argument ist. Er kommt in zwei Befestigungsarten, verschraubt oder geklemmt, und dieser Unterschied ist größer als er klingt.

Zweibeinständer

Ein Zweibeinständer stützt das Fahrrad auf zwei Füßen ab. Je nach Rad und Ständer wird dabei ein Laufrad entlastet. Prüfe die Freigabe, die passende Montagehöhe und die zulässige Belastung. Sichere das Rad beim Be- und Entladen zusätzlich gegen Umkippen. Halte es beim Einsetzen und Herausnehmen eines Kindes fest.

Verschraubter oder geklemmter Ständer?

Ein verschraubter Hinterbauständer greift in die Gewinde der Kettenstrebe. Er kann sich nicht verdrehen, nicht verrutschen und trägt deutlich mehr. Voraussetzung sind die Bohrungen am Rahmen.

Ein geklemmter Ständer wird mit einer Schelle um das Rohr gelegt. Er passt an fast jeden Rahmen, auch dort, wo der Hersteller nie einen Ständer vorgesehen hat. Dafür hängt der sichere Sitz am Anzugsmoment, und bei dünnwandigen Alu- oder Carbonrohren ist Vorsicht geboten: An Carbonstreben gehört keine Schelle. Frag im Zweifel lieber nach, bevor Du ein Rohr eindrückst.

Wie misst Du den Lochabstand von 18 mm oder 40 mm?

Hat Dein Rahmen Gewinde an der Kettenstrebe, gibt es zwei verbreitete Maße. Nimm einen Messschieber oder ein Lineal und miss von Lochmitte zu Lochmitte, nicht von Rand zu Rand.

  • 18 mm: die beiden Gewinde sitzen dicht beieinander, typisch bei kompakten Rahmen und Kinderrädern.
  • 40 mm: die Gewinde stehen deutlich weiter auseinander, verbreitet bei Trekking- und E-Bike-Rahmen.

Die Ständer unterscheiden sich nur in der Befestigungsplatte, sonst sind sie identisch. Wer sich vermisst, hat ein Teil in der Hand, das nicht auf die Bohrungen kommt, deshalb solltest Du den Lochabstand vor dem Kauf messen.

Wie viel Gewicht muss der Ständer tragen?

Prüfe die zulässige Belastung des Ständers und die Freigaben von Fahrrad und Rahmen. Berücksichtige montiertes Zubehör und Gepäck. Halte das Fahrrad beim Einsetzen und Herausnehmen eines Kindes fest und lasse es mit Kind im Sitz nie unbeaufsichtigt stehen. Die folgenden Traglastangaben helfen bei der ersten Einordnung. Maßgeblich bleibt die Belastungsdefinition des jeweiligen Herstellers.

  • bis 20 kg: reicht für ein unbeladenes Stadtrad oder ein leichtes Trekkingrad.
  • ab 35 kg: die Klasse für E-Bikes. Ein Alltags-E-Bike wiegt allein schon 25 bis 30 kg, da bleibt bei 20 kg Traglast keine Reserve.
  • 60 kg: für Räder, die tatsächlich schwer beladen werden, mit Kindersitz, Packtaschen oder Korb vorn.

Wenn ein Hersteller keine Traglast angibt, ist das kein Beinbruch, aber ein Hinweis: Für ein schweres Rad würden wir dann zu einem Modell mit ausgewiesener Zahl greifen.

Warum die Zollangabe allein nicht reicht

Ständer werden mit Angaben wie „24 bis 28 Zoll“ verkauft, aber der Ständer sieht das Laufrad nie. Was zählt, ist die Bauhöhe: der Abstand zwischen dem Befestigungspunkt und dem Boden. Zwei Räder mit 28 Zoll können sich darin um mehrere Zentimeter unterscheiden, je nach Tretlagerhöhe, Reifenbreite und Rahmengeometrie. Ein Fatbike mit dicken Reifen steht höher als ein Hollandrad mit denselben 28 Zoll.

Deshalb bei Zweibeinständern immer auf die angegebene Maximalhöhe achten. Miss am Rad von der Ständerplatte senkrecht zum Boden. Liegt der Wert über der Maximalhöhe des Ständers, brauchst Du die nächstlängere Ausführung, auch wenn die Zollangabe passt. Seitenständer sind gutmütiger, weil ihr Teleskopauszug einen größeren Bereich abdeckt.

Wie stellst Du die Ständerlänge ein?

Fast alle Ständer sind längenverstellbar, meist über einen Teleskopauszug mit Innensechskantschraube. Die richtige Länge ist erreicht, wenn das Rad ungefähr 8 bis 12 Grad schräg steht. Steht es zu aufrecht, kippt es über den Ständer hinweg zur anderen Seite. Steht es zu schräg, rutscht der Fuß bei Wind oder auf glattem Boden weg.

Zieh die Klemmschraube danach mit Gefühl fest und prüf sie nach den ersten Wochen noch einmal nach. Ein Ständer, der sich langsam längt, lässt das Rad irgendwann umfallen.

Worauf Du beim Kauf achtest

  1. Nach der Befestigung suchen, nicht nach Zoll. Ein Ständer kann zur Laufradgröße passen und trotzdem den falschen Anschluss haben.
  2. Lochabstand von Mitte zu Mitte messen. Von Rand zu Rand gemessen werden aus 18 mm schnell 22 mm.
  3. Belastungsgrenze prüfen. Berücksichtige das Fahrrad, montiertes Zubehör und Gepäck gemäß den Angaben des Ständerherstellers. Halte das Fahrrad mit Kind im Sitz fest.
  4. Keine Schelle auf Carbon. Geht so lange gut, bis es nicht mehr gut geht.
  5. Bodenfreiheit prüfen. Ein Hinterbauständer, der zu weit nach unten steht, setzt am Bordstein auf. Achte darauf, dass er im eingeklappten Zustand nicht der tiefste Punkt am Rad ist.

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Modell Bauart Befestigung Traglast Gewicht
CONTEC Mammut Seitenständer Ständerplatte 20 kg 260 g
Tranz-X Universal Hinterbauständer Schelle keine Angabe 280 g
Ursus King Seitenständer Ständerplatte 35 kg 400 g
CONTEC Alligator Hinterbauständer Schelle 18 kg 283 g
Ursus King Rear Hinterbauständer verschraubt, 18 oder 40 mm 35 kg 370 g
CONTEC CKS-301 Zweibeinständer Ständerplatte keine Angabe 690 g
Hebie REX 0605 Zweibeinständer Ständerplatte 60 kg 922 g

Alle Modelle findest Du in der Collection Fahrradständer.

Häufige Fragen

Mein Rahmen hat keine Ständerplatte. Kann ich trotzdem einen Zweibeinständer fahren?
Nur mit Adapter. Hebie bietet dafür den Artikel 0699 40 an, der eine Ersatzplatte schafft. Voraussetzung ist ein Quersteg mit Gewindeöse oder ein Durchgangsloch am Rahmen. Ist auch das nicht vorhanden, bleibt nur ein geklemmter Hinterbauständer.

Passt ein Ständer auch an mein E-Bike?
Prüfe Aufnahme, Freiraum am Motor und die Freigaben von Fahrrad und Ständer. Die zulässige Belastung muss zum Rad und seinem Gepäck passen. Bei engem Platz hinter dem Tretlager kann ein freigegebener Hinterbauständer infrage kommen.

Aluminium oder Stahl?
Aluminium ist leichter und rostet nicht, Stahl trägt mehr. Die schwersten Lasten halten deshalb bis heute Stahlständer. Für ein normales Alltagsrad ist Aluminium die praktischere Wahl.

Der Ständer klappt beim Fahren von selbst aus. Was tun?
Meist ist die Feder im Gelenk ermüdet oder das Gelenk verschmutzt. Reinigen und ölen hilft oft. Bleibt es dabei, ist der Ständer verschlissen; lass den Ständer prüfen oder ersetzen, bevor Du weiterfährst.

Wie fest ziehe ich die Befestigungsschraube an?
Fest, aber nicht mit Gewalt. An einer M10-Schraube an der Ständerplatte sind rund 25 bis 30 Nm üblich, an einer M6-Klemmschelle deutlich weniger, meist 5 bis 6 Nm. Steht ein Wert am Rahmen oder am Ständer, gilt dieser.

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Wenn Dein Rad Lasten tragen soll, hängt der sichere Stand nicht nur am Ständer: In der Kaufberatung Gepäckträger geht es um Zuladung und Befestigungssysteme, in der Kaufberatung Fahrradkorb um die Frage vorn oder hinten. Und weil ein abgestelltes Rad auch gesichert gehört, lohnt ein Blick in die Kaufberatung Fahrradschloss.

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Alle Modelle findest Du in der Sammlung Fahrradständer. Was das Rad sonst noch tragen soll, liegt bei den Gepäckträgern, den Fahrradkörben, den Fahrradtaschen und den Kindersitzen.

Du bist unsicher, was an Deinen Rahmen passt? Komm mit dem Rad vorbei, wir prüfen die Befestigung und besprechen auf Wunsch auch die Montage.

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