Ein Fahrradcomputer beantwortet zwei Fragen, die am Rad sonst niemand beantwortet: Wie weit war ich, und wie schnell. Ein einfaches Gerät kostet wenig und leistet damit etwas, das im Auto selbstverständlich ist und am Fahrrad erstaunlich oft fehlt.
Beim Kauf und beim Einbau geht es um drei Punkte: welche Bauart, wohin Sensor und Magnet kommen, und welchen Radumfang man einträgt.
Handy oder eigenes Gerät?
Die naheliegende Frage zuerst. Eine App auf dem Smartphone kann alles, was ein einfacher Fahrradcomputer kann, und deutlich mehr. Drei Gründe sprechen trotzdem für ein eigenes Gerät:
- Es kostet keinen Handyakku. Wer zweimal am Tag pendelt, merkt den Unterschied am Abend.
- Es ist immer an und immer ablesbar, ohne Entsperren und ohne Regenhülle.
- Ein einfacher Computer am Lenker ist beim Abstellen entspannter als ein Smartphone.
Umgekehrt gilt: Wer navigieren, Höhenmeter sammeln oder Touren aufzeichnen und teilen will, fährt mit dem Handy oder einem GPS-Computer besser.
Die drei Bauarten
Kabelgebunden
Ein Reedkontakt sitzt am Gabelbein, ein Magnet an einer Speiche, dazwischen führt ein dünnes Kabel zum Lenkerhalter. Jedes Mal, wenn der Magnet am Sensor vorbeikommt, schließt der Kontakt kurz. Aus dem Zeitabstand zwischen zwei Impulsen rechnet der Computer die Geschwindigkeit aus, aus ihrer Anzahl die Strecke.
Das ist die einfachste Variante, weil ihr am wenigsten fehlen kann: keine Funkstrecke, die gestört wird, und keine zweite Batterie im Sensor, die leer geht. Der Aufwand steckt in der Kabelverlegung. Das Kabel läuft am Gabelbein hoch, wird mit Kabelbindern fixiert und braucht am Steuersatz eine Schlaufe, damit es beim vollen Lenkeinschlag nicht spannt. Bei einer Federgabel kommt der Federweg dazu, dann muss die Schlaufe entsprechend größer ausfallen.
Funk
Gleiches Messprinzip, nur schickt der Sensor seine Impulse per Funk an den Lenker. Kein Kabel, dafür eine zweite Knopfzelle im Sensor. Ältere analoge Funkstrecken lassen sich stören, digitale Übertragung nach ANT+ oder Bluetooth ist dagegen robust und erlaubt zusätzlich Trittfrequenz- und Herzfrequenzsensoren.
GPS
Kein Sensor am Rad, kein Magnet, keine Radumfangeinstellung. Das Gerät bestimmt Position und Geschwindigkeit über Satelliten und zeichnet die Strecke auf. Dafür braucht es Empfang, muss geladen werden und kostet ein Vielfaches. Sinnvoll wird das, sobald Navigation, Höhenmeter oder Tourenaufzeichnung eine Rolle spielen.
| Kabel | Funk | GPS | |
|---|---|---|---|
| Batterie im Sensor | keine | ja | entfällt |
| Störungen möglich | nein | bei analoger Übertragung | bei schlechtem Empfang |
| Montageaufwand | Kabel verlegen | gering | Halter anklipsen |
| Radumfang nötig | ja | ja | nein |
| Streckenaufzeichnung | nein | nein | ja |
| Einordnung | der günstige Einstieg | eine Stufe darüber | die teuerste Bauart |
Der Radumfang: die eine Einstellung, auf die es ankommt
Ein Kabel- oder Funkcomputer zählt Radumdrehungen. Damit daraus Kilometer werden, muss er wissen, wie weit dein Rad bei einer Umdrehung abrollt. Dieser Wert wird in Millimetern eingegeben. Bleibt die Werkseinstellung stehen, zeigt der Computer dauerhaft falsch, und zwar bei Geschwindigkeit und Strecke gleichermaßen.
Am genauesten ist die Abrollmethode, und sie dauert zwei Minuten:
- Den Reifen auf den normalen Betriebsdruck aufpumpen.
- Aufsteigen. Unter Last drückt sich der Reifen zusammen und rollt kürzer ab als im entlasteten Zustand.
- Das Ventil auf sechs Uhr stellen und die Stelle auf dem Boden markieren.
- Genau eine Umdrehung geradeaus rollen, bis das Ventil wieder unten steht, und erneut markieren.
- Den Abstand messen. Das Ergebnis in Millimetern ist dein Radumfang.
Wer es schneller braucht, nimmt einen Richtwert. Die folgenden Zahlen sind aus der ETRTO-Größe gerechnet, nach der Formel Umfang = 3,14 × (Felgendurchmesser + 2 × Reifenbreite). Sie liegen ein paar Millimeter über dem tatsächlichen Wert, weil der Reifen unter Last einfedert. Für den Alltag reicht das, für genaue Werte gilt die Abrollmethode oben.
| ETRTO | geläufige Bezeichnung | Radumfang |
|---|---|---|
| 47-406 | 20 x 1.75 (Kinderrad, Faltrad) | 1570 mm |
| 47-507 | 24 x 1.75 (Kinderrad) | 1890 mm |
| 47-559 | 26 x 1.75 (Citybike, MTB) | 2050 mm |
| 50-559 | 26 x 2.00 | 2070 mm |
| 23-622 | 700 x 23C (Rennrad) | 2100 mm |
| 28-622 | 700 x 28C | 2130 mm |
| 32-622 | 700 x 32C | 2155 mm |
| 37-622 | 700 x 35C (Trekking) | 2185 mm |
| 40-622 | 700 x 38C (Trekking, Alltag) | 2205 mm |
| 54-584 | 27,5 x 2.10 | 2175 mm |
| 50-622 | 29 x 2.00 | 2270 mm |
| 40-635 | 28 x 1 1/2 (Hollandrad) | 2245 mm |
Die ETRTO-Zahl steht auf jeder Reifenflanke, zum Beispiel 37-622. Die erste Zahl ist die Reifenbreite, die zweite der Felgendurchmesser. Warum Zollangaben allein nicht reichen, steht ausführlich in unserer Kaufberatung Fahrradreifen. Merk dir vor allem eines: Wechselst du auf einen breiteren oder schmaleren Reifen, ändert sich der Radumfang mit, und der Computer muss neu eingestellt werden.
Sensor und Magnet richtig montieren
- Der Sensor gehört an das Gabelbein, der Magnet an eine Speiche desselben Laufrads. Beide müssen auf gleicher Höhe stehen, sonst laufen sie aneinander vorbei.
- Der Abstand zwischen Magnet und Sensor beträgt ein bis drei Millimeter. Weiter weg kommt der Impuls nicht mehr sicher an.
- Auf dem Sensor ist die aktive Seite markiert, meist mit einer Linie oder einem Pfeil. Genau dort muss der Magnet vorbeilaufen.
- An Rädern mit Nabendynamo oder Scheibenbremse wird es an der Gabel eng. Dann sitzt der Sensor weiter oben oder auf der anderen Gabelseite; beim Kabelcomputer verlängert das den Weg zum Lenker.
- Nach der Montage das Vorderrad anheben und drehen. Der Computer muss reagieren. Wer das erst auf der Straße prüft, fährt noch einmal zurück.
Am Lenker konkurriert der Computer um Platz mit Klingel, Lampe und Halterungen. Wenn du ohnehin gerade umbaust, lohnt ein Blick in unsere Kaufberatung Fahrradbeleuchtung, damit am Ende alles nebeneinander passt.
Die Batterie
In den meisten Computern steckt eine Lithium-Knopfzelle vom Typ CR2032, in kleineren Geräten auch CR2025 oder CR1620. Eine Zelle hält je nach Nutzung ein bis zwei Jahre. Anzeichen für eine schwache Batterie sind ein blasses Display, sprunghafte Anzeigen oder ein Gerät, das sich nach jeder Fahrt selbst zurücksetzt.
Beim Wechsel gehen die Gesamtkilometer meist verloren. Wer sie behalten will, notiert sie vorher und trägt sie danach im Einstellmenü wieder ein; die meisten Geräte lassen das zu. Den Deckel mit einer Münze öffnen und nicht mit einem Schraubendreher, sonst leidet der Dichtring. Und beim Schließen den Dichtring sauber in seine Nut legen, denn er ist alles, was zwischen der Elektronik und dem nächsten Regen steht.
Worauf du bei Montage und Einstellung achtest
- Den Radumfang eintragen. Der Werkswert passt selten zum eigenen Rad. Wer mit einer 28-Zoll-Voreinstellung ein 26-Zoll-Rad fährt, liegt rund fünf Prozent daneben. Über eine Saison sind das schnell ein paar hundert Kilometer.
- Magnet und Sensor auf gleiche Höhe bringen. Stehen sie versetzt, sieht die Montage fertig aus, das Gerät bekommt aber kein Signal.
- Das Kabel mit Schlaufe verlegen. Zu straff verlegt reißt es beim ersten vollen Lenkeinschlag an der Durchführung im Halter. Danach hilft nur ein neuer Halter, denn reparieren lässt sich das nicht.
- Den Magneten fest anziehen. Nach dem Festschrauben einmal kräftig anfassen. Er darf sich nicht von Hand drehen lassen.
- Im Winter abnehmen. LCD-Anzeigen werden bei Frost träge und die Knopfzelle verliert Spannung. Bei längeren Standzeiten nimmst du den Computer ab, der Halter bleibt am Lenker.
Was wir führen
Unser Sortiment ist an dieser Stelle bewusst schmal. Wir führen mit dem CONTEC CBC-464 einen kabelgebundenen Computer mit acht Funktionen und beleuchtetem Display, weil er die Funktionen abdeckt, die im Alltag gebraucht werden: Geschwindigkeit, Tages- und Gesamtkilometer, Fahrzeit und Uhrzeit. Er kommt mit Halter, Sensor, Kabel, Speichenmagnet und Batterie, ist also ohne Zukauf fahrbereit. Alles darüber hinaus, also Navigation, Herzfrequenz oder Leistungsmessung, ist eine andere Preisklasse und ein anderer Beratungsbedarf; dazu berät man besser im Gespräch als über einen Warenkorb.
Weiter im Sortiment
Die Auswahl findest du in der Sammlung Fahrradcomputer. Um denselben Platz am Lenker konkurrieren Beleuchtung, Klingeln und Handy Zubehör. Welcher Radumfang zu deiner Reifengröße gehört, hängt an der ETRTO-Zahl: Kaufberatung Fahrradreifen.
Komm vorbei
Wir montieren Fahrradcomputer und stellen sie ein. Die Montage, das Einstellen und der Batteriewechsel stehen als Werkstattleistung im Shop. Bring das Rad in die Fahrradschmiede Berlin in Prenzlauer Berg oder ruf an unter +49 30 440 396 96. Die Auswahl findest du in der Kategorie Fahrradcomputer.