Rennradlenker von oben, ein Fahrradcomputer sitzt mit Kabel am Vorbau, die Hände des Fahrers liegen an den Bremsgriffen

Kaufberatung Fahrradcomputer: Kabel, Funk oder GPS und der Radumfang

Fahrradschmiede Berlin

Ein Fahrradcomputer beantwortet zwei Fragen, die am Rad sonst niemand beantwortet: Wie weit war ich, und wie schnell. Für rund zwanzig Euro bekommt man damit etwas, das im Auto selbstverständlich ist und am Fahrrad erstaunlich oft fehlt.

In unserer Werkstatt in Berlin Prenzlauer Berg montieren wir sie regelmäßig, und am Tresen geht es fast immer um dieselben drei Punkte: welche Bauart, wohin Sensor und Magnet kommen, und welchen Radumfang man einträgt.

Handy oder eigenes Gerät?

Die naheliegende Frage zuerst. Eine App auf dem Smartphone kann alles, was ein einfacher Fahrradcomputer kann, und deutlich mehr. Drei Gründe sprechen trotzdem für ein eigenes Gerät:

  • Es kostet keinen Handyakku. Wer zweimal am Tag pendelt, merkt den Unterschied am Abend.
  • Es ist immer an und immer ablesbar, ohne Entsperren und ohne Regenhülle.
  • Ein Gerät für zwanzig Euro am Lenker ist beim Abstellen entspannter als ein Telefon für achthundert.

Umgekehrt gilt: Wer navigieren, Höhenmeter sammeln oder Touren aufzeichnen und teilen will, fährt mit dem Handy oder einem GPS-Computer besser.

Die drei Bauarten

Kabelgebunden

Ein Reedkontakt sitzt am Gabelbein, ein Magnet an einer Speiche, dazwischen führt ein dünnes Kabel zum Lenkerhalter. Jedes Mal, wenn der Magnet am Sensor vorbeikommt, schließt der Kontakt kurz. Aus dem Zeitabstand zwischen zwei Impulsen rechnet der Computer die Geschwindigkeit aus, aus ihrer Anzahl die Strecke.

Das ist die einfachste Variante, weil ihr am wenigsten fehlen kann: keine Funkstrecke, die gestört wird, und keine zweite Batterie im Sensor, die leer geht. Der Aufwand steckt in der Kabelverlegung. Das Kabel läuft am Gabelbein hoch, wird mit Kabelbindern fixiert und braucht am Steuersatz eine Schlaufe, damit es beim vollen Lenkeinschlag nicht spannt. Bei einer Federgabel kommt der Federweg dazu, dann muss die Schlaufe entsprechend größer ausfallen.

Funk

Gleiches Messprinzip, nur schickt der Sensor seine Impulse per Funk an den Lenker. Kein Kabel, dafür eine zweite Knopfzelle im Sensor. Ältere analoge Funkstrecken lassen sich stören, digitale Übertragung nach ANT+ oder Bluetooth ist dagegen robust und erlaubt zusätzlich Trittfrequenz- und Herzfrequenzsensoren.

GPS

Kein Sensor am Rad, kein Magnet, keine Radumfangeinstellung. Das Gerät bestimmt Position und Geschwindigkeit über Satelliten und zeichnet die Strecke auf. Dafür braucht es Empfang, muss geladen werden und kostet ein Vielfaches. Sinnvoll wird das, sobald Navigation, Höhenmeter oder Tourenaufzeichnung eine Rolle spielen.

Kabel Funk GPS
Batterie im Sensor keine ja entfällt
Störungen möglich nein bei analoger Übertragung bei schlechtem Empfang
Montageaufwand Kabel verlegen gering Halter anklipsen
Radumfang nötig ja ja nein
Streckenaufzeichnung nein nein ja
Preisklasse rund 20 Euro rund 30 bis 60 Euro ab rund 150 Euro

Der Radumfang: die eine Einstellung, auf die es ankommt

Ein Kabel- oder Funkcomputer zählt Radumdrehungen. Damit daraus Kilometer werden, muss er wissen, wie weit dein Rad bei einer Umdrehung abrollt. Dieser Wert wird in Millimetern eingegeben und ist die häufigste Fehlerquelle überhaupt: Bleibt die Werkseinstellung stehen, zeigt der Computer dauerhaft falsch, und zwar bei Geschwindigkeit und Strecke gleichermaßen.

Am genauesten ist die Abrollmethode, und sie dauert zwei Minuten:

  1. Den Reifen auf den normalen Betriebsdruck aufpumpen.
  2. Aufsteigen. Unter Last drückt sich der Reifen zusammen und rollt kürzer ab als im entlasteten Zustand.
  3. Das Ventil auf sechs Uhr stellen und die Stelle auf dem Boden markieren.
  4. Genau eine Umdrehung geradeaus rollen, bis das Ventil wieder unten steht, und erneut markieren.
  5. Den Abstand messen. Das Ergebnis in Millimetern ist dein Radumfang.

Wer es schneller braucht, nimmt einen Richtwert. Die folgenden Zahlen sind aus der ETRTO-Größe gerechnet, nach der Formel Umfang = 3,14 × (Felgendurchmesser + 2 × Reifenbreite). Sie liegen ein paar Millimeter über dem tatsächlichen Wert, weil der Reifen unter Last einfedert. Für den Alltag reicht das, für genaue Werte gilt die Abrollmethode oben.

ETRTO geläufige Bezeichnung Radumfang
47-406 20 x 1.75 (Kinderrad, Faltrad) 1570 mm
47-507 24 x 1.75 (Kinderrad) 1890 mm
47-559 26 x 1.75 (Citybike, MTB) 2050 mm
50-559 26 x 2.00 2070 mm
23-622 700 x 23C (Rennrad) 2100 mm
28-622 700 x 28C 2130 mm
32-622 700 x 32C 2155 mm
37-622 700 x 35C (Trekking) 2185 mm
40-622 700 x 38C (Trekking, Alltag) 2205 mm
54-584 27,5 x 2.10 2175 mm
50-622 29 x 2.00 2270 mm
40-635 28 x 1 1/2 (Hollandrad) 2245 mm

Die ETRTO-Zahl steht auf jeder Reifenflanke, zum Beispiel 37-622. Die erste Zahl ist die Reifenbreite, die zweite der Felgendurchmesser. Warum Zollangaben allein nicht reichen, steht ausführlich in unserer Kaufberatung Fahrradreifen. Merk dir vor allem eines: Wechselst du auf einen breiteren oder schmaleren Reifen, ändert sich der Radumfang mit, und der Computer muss neu eingestellt werden.

Sensor und Magnet richtig montieren

  • Der Sensor gehört an das Gabelbein, der Magnet an eine Speiche desselben Laufrads. Beide müssen auf gleicher Höhe stehen, sonst laufen sie aneinander vorbei.
  • Der Abstand zwischen Magnet und Sensor beträgt ein bis drei Millimeter. Weiter weg kommt der Impuls nicht mehr sicher an.
  • Auf dem Sensor ist die aktive Seite markiert, meist mit einer Linie oder einem Pfeil. Genau dort muss der Magnet vorbeilaufen.
  • An Rädern mit Nabendynamo oder Scheibenbremse wird es an der Gabel eng. Dann sitzt der Sensor weiter oben oder auf der anderen Gabelseite; beim Kabelcomputer verlängert das den Weg zum Lenker.
  • Nach der Montage das Vorderrad anheben und drehen. Der Computer muss reagieren. Wer das erst auf der Straße prüft, fährt noch einmal zurück.

Am Lenker konkurriert der Computer um Platz mit Klingel, Lampe und Halterungen. Wenn du ohnehin gerade umbaust, lohnt ein Blick in unsere Kaufberatung Fahrradbeleuchtung, damit am Ende alles nebeneinander passt.

Die Batterie

In den meisten Computern steckt eine Lithium-Knopfzelle vom Typ CR2032, in kleineren Geräten auch CR2025 oder CR1620. Eine Zelle hält je nach Nutzung ein bis zwei Jahre. Anzeichen für eine schwache Batterie sind ein blasses Display, sprunghafte Anzeigen oder ein Gerät, das sich nach jeder Fahrt selbst zurücksetzt.

Beim Wechsel gehen die Gesamtkilometer meist verloren. Wer sie behalten will, notiert sie vorher und trägt sie danach im Einstellmenü wieder ein; die meisten Geräte lassen das zu. Den Deckel mit einer Münze öffnen und nicht mit einem Schraubendreher, sonst leidet der Dichtring. Und beim Schließen den Dichtring sauber in seine Nut legen, denn er ist alles, was zwischen der Elektronik und dem nächsten Regen steht.

Fünf Fehler, die wir immer wieder sehen

  1. Der Radumfang wurde nie eingestellt. Der Werkswert passt selten zum eigenen Rad. Wer mit einer 28-Zoll-Voreinstellung ein 26-Zoll-Rad fährt, liegt rund fünf Prozent daneben. Über eine Saison sind das schnell ein paar hundert Kilometer.
  2. Magnet und Sensor stehen auf verschiedener Höhe. Sieht montiert aus, liefert aber nichts. Das ist mit Abstand die häufigste Ursache, wenn ein neuer Computer angeblich defekt ist.
  3. Das Kabel ist zu straff verlegt. Beim ersten vollen Lenkeinschlag reißt es an der Durchführung im Halter. Danach hilft nur ein neuer Halter, denn reparieren lässt sich das nicht.
  4. Der Magnet verrutscht auf der Speiche. Nach dem Festschrauben einmal kräftig anfassen. Er darf sich nicht von Hand drehen lassen.
  5. Das Gerät bleibt den Winter über draußen. LCD-Anzeigen werden bei Frost träge und die Knopfzelle verliert Spannung. Bei längeren Standzeiten nimmst du den Computer ab, der Halter bleibt am Lenker.

Was wir führen

Unser Sortiment ist an dieser Stelle bewusst schmal. Wir führen mit dem CONTEC CBC-464 einen kabelgebundenen Computer mit acht Funktionen und beleuchtetem Display, weil er genau das abdeckt, wonach am Tresen gefragt wird: Geschwindigkeit, Tages- und Gesamtkilometer, Fahrzeit und Uhrzeit. Er kommt mit Halter, Sensor, Kabel, Speichenmagnet und Batterie, ist also ohne Zukauf fahrbereit. Alles darüber hinaus, also Navigation, Herzfrequenz oder Leistungsmessung, ist eine andere Preisklasse und ein anderer Beratungsbedarf; dazu berät man besser im Gespräch als über einen Warenkorb.

Kommt vorbei

Wir montieren Fahrradcomputer und stellen sie ein. Die Montage, das Einstellen und der Batteriewechsel stehen als Werkstattleistung im Shop. Bring das Rad in die Fahrradschmiede Berlin in Prenzlauer Berg oder ruf an unter +49 30 44039696. Die Auswahl findest du in der Kategorie Fahrradcomputer.

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