Kaufberatung Fahrradkette: Die richtige Kette finden und rechtzeitig wechseln

Fahrradschmiede Berlin
Fahrradkette auf dem Kettenblatt eines Mountainbikes, Nahaufnahme am Tretlager im Abendlicht

Eine verschlissene Kette kann auch Kassette und Kettenblätter stärker abnutzen. Deshalb lohnt es sich, die Kette regelmäßig zu prüfen und rechtzeitig zu wechseln. Hier erfährst Du, welche Ausführung zu Deiner Schaltung passt und wie Du den Verschleiß misst.

Welche Kette passt zu meiner Schaltung?

Kettenschaltung: Die Kette muss zur Anzahl der Ritzel hinten passen. Eine 8-fach-Schaltung braucht eine 8-fach-Kette, eine 10-fach-Schaltung eine 10-fach-Kette. Der Grund: Je mehr Ritzel auf gleichem Raum sitzen, desto schmaler muss die Kette sein. Eine zu breite Kette schleift am Nachbarritzel, eine zu schmale springt. Die Ritzel zählst Du am Hinterrad ab, oder Du schaust auf die Aufschrift des Schalthebels.

Springt eine neue Kette trotzdem, liegt die Ursache meist bei Schalthebel, Schaltwerk oder einem verbogenen Schaltauge. Welches Teil es ist und wie Du es findest, steht in der Kaufberatung Schaltung.

In unserem Sortiment deckt das die ganze Spanne ab: KMC Z8 für 8-fach, Shimano Deore HG-53 für 9-fach, CONTEC ED.10 für 10-fach, ED.11 für 11-fach bis zur Classic C.12 für 12-fach.

Nabenschaltung und Singlespeed: Hier läuft die Kette immer gerade, deshalb fährt man breite, robuste 1-fach-Ketten. Welche Kette passt, hängt von Ritzel, Kettenblatt und deren Freigaben ab. Für Alltagsräder, die draußen stehen, gibt es sie mit Antirost-Beschichtung wie die SunRace CNS, für Lastenräder und hohe Belastung in verstärkter Ausführung wie die CONTEC Heavy Duty HD.1N.

Ein zweites Maß steht auf jeder Packung: die Innenbreite, zum Beispiel 1/2 x 3/32 Zoll bei Schaltungsketten oder 1/2 x 1/8 Zoll bei vielen Nabenschaltungen. Im Zweifel einfach die alte Kette mitbringen.

Woran erkennst Du eine verschlissene Kette?

Beim Fahren arbeiten sich Bolzen und Hülsen aus, die Kette wird messbar länger und frisst sich in Ritzel und Kettenblätter. Woran Du es merkst:

  • Die Schaltung springt trotz korrekter Einstellung.
  • Die Kette rutscht unter Last über die Ritzel durch.
  • Die Messlehre zeigt die für Deine Kette vorgegebene Verschleißgrenze an. Je nach Schaltung und Kettenmodell gelten unterschiedliche Werte. Wir können den Kettenverschleiß in der Werkstatt mit einer Messlehre prüfen.

Wechsle die Kette spätestens an der Verschleißgrenze, die der Hersteller für Dein System nennt. Ein rechtzeitiger Wechsel hilft, vorzeitigen Verschleiß an Ritzeln und Kettenblättern zu vermeiden. Mehr dazu steht in der Kaufberatung Zahnkranz.

Wann ist das Kettenblatt fällig?

Kettenblätter halten oft mehrere Kettenleben. Prüfe sie auf Schäden und stark hakenförmig abgenutzte Zähne. Diese Form wird häufig als Haifischzahn bezeichnet. Beachte, dass Schalthilfen auch an neuen Kettenblättern unterschiedlich geformte Zähne haben können. Springt eine passende neue Kette unter Last, lass Kette, Kettenblatt und Ritzel auf Verschleiß und korrekte Montage prüfen.

Wer ein Blatt ersetzt, braucht drei Angaben. Der Lochkreis entscheidet über die Passung. Er ist der Durchmesser des Kreises, auf dem die Befestigungsschrauben sitzen, und lässt sich ohne Spezialwerkzeug ermitteln: Bei einer Fünfarmkurbel den Abstand zweier benachbarter Bohrungen von Mitte zu Mitte messen und mit 1,7 multiplizieren. Rund 65 mm ergeben 110 mm Lochkreis, den Compact-Standard; rund 76 mm ergeben 130 mm, den klassischen Rennradstandard. Die Anzahl der Arme muss ebenfalls stimmen, bei unseren Blättern sind es fünf. Die Zähnezahl bestimmt die Übersetzung und ist die einzige der drei Angaben, die frei wählbar ist: mehr Zähne bedeuten mehr Weg pro Kurbelumdrehung, weniger Zähne erleichtern den Berg.

Ein Detail, das gern übersehen wird: Steighilfen sind die Rampen und Stifte auf der Blattinnenseite. Sie führen die Kette beim Hochschalten vom kleineren Blatt hinüber und ergeben deshalb nur an einer Kurbel mit mehreren Blättern Sinn. An einer Einfachkurbel bleiben sie wirkungslos.

An einer Nabenschaltung ist ohnehin das Gegenteil gefragt. Dort läuft die Kette immer in derselben Linie, und statt Schaltrampen braucht es Führung, damit sie nicht abspringt. Genau dafür hat das Shimano Alfine FC-S501 beidseitige Führungsringe.

Unsere Blätter im Überblick: 42 Zähne auf 130 mm als gängigste Größe, 52 Zähne auf 130 mm für lange, schnelle Strecken, 42 Zähne auf 110 mm mit Steighilfen für Compact-Kurbeln und das Alfine mit 39 Zähnen für Nabenschaltungen. Alle stehen in der Sammlung Kettenblätter.

Wie lang muss die Kette sein?

Ketten werden mit 112 bis 136 Gliedern verkauft und auf die Länge der alten Kette gekürzt. Dafür braucht es einen Kettennieter. Moderne Ketten werden am besten mit einem Kettenverschlussglied geschlossen, das sich ohne Werkzeug öffnen lässt, praktisch für Reinigung und Wechsel. Die passenden Verschlussglieder führen wir einzeln, für 6/7/8-fach und für 9-fach.

Wie pflegst Du die Kette?

  • Regelmäßig ölen, besonders nach Regenfahrten: Öl auf die Innenseite der Kette tropfen, kurz einwirken lassen, überschüssiges Öl abwischen. Außen glänzende Ketten sammeln nur Dreck.
  • Groben Dreck mit einem Lappen abnehmen, aggressive Entfetter sparsam einsetzen.
  • Bei Kettenschaltung extreme Schräglagen meiden, also nicht großes Blatt vorn mit großem Ritzel hinten kombinieren.

Welches Öl, welches Fett und in welchem Abstand: Das steht ausführlich in der Kaufberatung Fahrradpflege, samt der Frage, warum ein Kriechöl wie WD-40 auf der Kette mehr schadet als nützt.

Vollkettenschutz oder Kettenschutzscheibe?

Am wenigsten Pflege braucht eine Kette, die gar nicht erst schmutzig wird. Dafür gibt es zwei Bauarten, und sie lösen unterschiedliche Probleme.

Ein Vollkettenschutz umschließt die Kette rundum. Sie bleibt trocken und sauber und braucht seltener Öl, was an einem Alltagsrad, das draußen steht, den Pflegeaufwand spürbar senkt. Der Haken: Ein Vollkettenschutz setzt eine Nabenschaltung voraus, denn bei einer Kettenschaltung wandert die Kette seitlich über die Ritzel und ließe sich nicht kapseln. Der Hebie Chainglider kommt als Baukasten: Das Vorderteil richtet sich nach der Zähnezahl des Kettenblatts (38 oder 42 Zähne), das Hinterteil nach dem Ritzel (18 bis 22 Zähne). Beide hängen freitragend auf der Kette, brauchen also keine Ösen am Rahmen und lassen sich ohne Werkzeug nachrüsten.

Eine Kettenschutzscheibe schützt die Kleidung vor dem Kettenblatt, umschließt aber nicht die ganze Kette. Sie muss zur Kurbel und zur Größe des Kettenblatts passen. Sie legt sich als Scheibe vor das Kettenblatt und hält das Hosenbein fern; die Kette selbst bleibt offen und muss weiter geölt werden. Weil sie nichts einkapselt, stört sie eine Kettenschaltung nicht. Maßgeblich ist das größte Kettenblatt: Die Hebie Kettenschutzscheibe gibt es mit 190 mm Außendurchmesser für 42 bis 44 Zähne und mit 210 mm für bis zu 48 Zähne. Vorausgesetzt ist eine Shimano-Kurbel mit Tretlager ab Baujahr 1992, weil die Scheibe in das Abziehgewinde der Kurbel geschraubt wird.

Die Entscheidung ist damit schnell getroffen: Nabenschaltung und die Kette soll möglichst in Ruhe gelassen werden, dann der Vollkettenschutz. Kettenschaltung, oder es geht ohnehin nur um saubere Hosen, dann die Scheibe.

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Wir führen Fahrradketten von KMC, Shimano, SunRace und CONTEC, von der 1-fach-Antirost-Kette für das Stadtrad bis zur 12-fach-Kette, dazu Kettenverschlussglieder. Passend dazu Kettenblätter, Zahnkränze, Schaltungsteile, Kettenschutz und Pflegemittel, Fette, Öle. Welche Verschleißlehre und welcher Kettennieter dazugehören, steht in der Kaufberatung Fahrradwerkzeug.

Wer nicht sicher ist, was auf dem eigenen Rad fährt: Rad oder alte Kette mitbringen, wir prüfen den Verschleiß gleich mit.

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