Zwei Kinder fahren auf einer nassen Straße hintereinander Rad, Wasser und Schmutz spritzen an Kette und Reifen

Kaufberatung Fahrradreinigung: Womit du dein Rad wäschst und in welcher Reihenfolge

Fahrradschmiede Berlin

Ein sauberes Rad fährt sich leichter, hält länger und verrät seine Schwachstellen früher. Auf einem sauberen Rahmen sieht man einen Riss im Lack, eine lose Schraube oder einen durchgefahrenen Bremsbelag sofort. Genau deshalb bitten wir darum, Räder für Inspektion und Reparatur gereinigt zu bringen: Am sauberen Rad finden wir die Ursache schneller. Diese Kaufberatung erklärt, welche Mittel du dafür brauchst, in welcher Reihenfolge du arbeitest und was du beim Waschen besser auslässt.

Zwei Mittel, zwei Aufgaben

Am Rad gibt es zwei Arten von Schmutz, und sie brauchen unterschiedliche Reiniger.

  • Rahmen, Schutzbleche, Felgen, Gepäckträger, Lenker: Hier liegt eine Mischung aus Straßenstaub, Bremsabrieb und Ölnebel. Dafür ist ein Fahrradreiniger gemacht. Er wird aufgesprüht, verrieben, kurz stehen gelassen und mit Wasser abgespült.
  • Kette, Ritzel, Kettenblatt, Schaltwerk: Hier sitzt eine Paste aus altem Öl und Straßenstaub, die im Kettengelenk wie Schleifmittel arbeitet. Dafür gibt es Kettenreiniger, die Schmierstoffe und Fette lösen.

Wer beide Aufgaben trennt, kommt mit weniger Aufwand aus. Der Antrieb bekommt das stärkere Mittel und die Bürste, der Rest des Rades den milden Reiniger und den Lappen.

Die Reihenfolge, die sich bewährt hat

  1. Grob abspülen. Erdreste und Sand mit Wasser abnehmen, bevor der Lappen ins Spiel kommt. Sand auf dem Lappen wirkt wie Schleifpapier auf dem Lack.
  2. Antrieb zuerst. Kettenreiniger auf Kette, Ritzel und Kettenblatt geben, mit Bürste oder Kettenreinigungsgerät arbeiten und den gelösten Schmutz aufnehmen. Der Antrieb ist die schmutzigste Stelle am Rad, deshalb kommt er vor allem anderen dran.
  3. Rahmen und Anbauteile. Fahrradreiniger großzügig aufsprühen, etwa 30 Sekunden einwirken lassen, mit Bürste oder Lappen verreiben, mit reichlich Wasser abspülen.
  4. Trocknen. Mit einem Tuch abnehmen und das Rad kurz stehen lassen. Restwasser in Kettengliedern und an Schrauben ist der Anfang von Flugrost.
  5. Schmieren. Eine gereinigte Kette ist blank und rostet ohne frische Schmierung sehr schnell an. Also direkt Kettenöl oder Kettenfett auftragen und den Überschuss abwischen. Welches Mittel wohin gehört, steht in der Kaufberatung Fahrradpflege.

Der letzte Schritt ist der, der am häufigsten vergessen wird. Ein Rad, das gewaschen und nicht geschmiert wird, quietscht nach zwei Regentagen lauter als vorher.

Was du an Ausrüstung brauchst

Für ein Alltagsrad reichen ein Eimer Wasser, ein Fahrradreiniger, ein Kettenreiniger, eine Handbürste, ein alter Pinsel für die Ritzelzwischenräume und zwei Tücher: eines zum Waschen, eines zum Trocknen. Mikrofasertücher sind praktisch, weil sie Schmutz aufnehmen statt ihn zu verteilen.

Die Gebindegröße richtet sich danach, wie oft du putzt. Eine Sprühflasche hält bei einem Rad und monatlicher Wäsche lange; eine Nachfüllflasche lohnt sich, wenn mehrere Räder im Haushalt stehen. Das komplette Sortiment findest du unter Pflegemittel, Fette und Öle.

NIEMALS Hochdruckreiniger

Das Gerät entfernt Schmutz zuverlässig, und genau darin liegt das Problem: Es entfernt auch das Fett aus den Lagern. Der Strahl geht an Nabe, Innenlager und Steuersatz hinter die Dichtlippe, drückt Wasser in die Lagerschale und spült den Schmierstoff heraus. Der Schaden zeigt sich Wochen später als raues Lagerspiel, wenn niemand mehr an die Wäsche denkt. Dasselbe gilt für Federgabeln, Dämpfer und die Steckverbindungen am E-Bike.

Am Fahrrad kommt deshalb niemals ein Hochdruckreiniger zum Einsatz. Ein Gartenschlauch ohne Druckdüse oder schlicht ein Eimer Wasser reichen für jeden Verschmutzungsgrad, den ein Alltagsrad erreicht. Was der Schlauch nicht schafft, schaffen Reiniger, Bürste und ein paar Minuten Einwirkzeit.

Stellen, die trocken bleiben

Bremsbeläge, Bremsscheiben und Felgenflanken bleiben beim Reinigen frei von Öl und Fett. Ein Belag, der Fett gezogen hat, lässt sich nicht sauber putzen und muss getauscht werden. Beim Sprühen also den Antrieb abdecken oder gezielt arbeiten, und beim Schmieren dieselbe Vorsicht walten lassen. Verschmutzte Bremsscheiben reinigt man mit einem trockenen Tuch oder mit Bremsenreiniger.

Am E-Bike gilt zusätzlich: Akku entnehmen, Kontakte trocken halten, Display und Motorgehäuse feucht abwischen statt abspritzen. Nach der Wäsche die Kontakte trocknen lassen, bevor der Akku wieder einrastet.

Wie oft ist nötig?

Feste Intervalle helfen wenig, weil Wetter und Abstellplatz mehr ausmachen als die Kilometerzahl. Als Anhalt aus unserer Werkstatt in Prenzlauer Berg:

  • Rad, das draußen steht und täglich fährt: Antrieb etwa monatlich, Rahmen nach Bedarf, spätestens wenn der Dreck sichtbar in Schichten liegt.
  • Winter mit Streusalz: alle zwei Wochen kurz abspülen. Salz kriecht in Schraubverbindungen, und ob sich eine Sattelstütze im Frühjahr noch bewegen lässt, entscheidet sich im Januar.
  • Nach jeder längeren Regenfahrt: Kette abwischen und nachschmieren, das dauert zwei Minuten und spart im Jahr eine Kette.
  • Vor dem Werkstatttermin und vor dem Verkauf: einmal komplett. Wir arbeiten am gereinigten Rad und bitten dich, deins entsprechend vorbereitet zu bringen.

Vier Fehler, die wir regelmäßig sehen

  1. Waschen ohne anschließendes Schmieren. Die blanke Kette rostet innerhalb von Tagen an, besonders wenn das Rad nass abgestellt wird.
  2. Der Hochdruckreiniger. Das Wasser steht hinter der Dichtung und arbeitet dort monatelang weiter, bis das Lager rau läuft.
  3. Reiniger auf der Bremsanlage. Belag und Scheibe nehmen Fett und Rückstände auf; das kostet Bremsleistung und im Zweifel einen neuen Satz Beläge.
  4. Schmutzigen Lappen weiterbenutzen. Der Sand vom Antrieb landet über den Lappen im Lack. Zwei getrennte Tücher lösen das.

Häufige Fragen

Kann ich Spülmittel nehmen?
Spülmittel löst Fett gut und macht deshalb genau das auch an den Stellen, an denen Fett bleiben soll. Ein Fahrradreiniger ist auf Lack, Kunststoff und Aluminium abgestimmt und lässt sich rückstandsfrei abspülen.

Muss ich die Kette zum Reinigen abnehmen?
Am Alltagsrad reicht die Reinigung im eingebauten Zustand, mit Tuch, Bürste oder Reinigungsgerät. Das Abnehmen lohnt sich bei stark verharzten Ketten und setzt ein Kettenschloss oder einen Kettennieter voraus.

Wie bekomme ich Rost vom Rahmen?
Flugrost auf Schrauben und blanken Stellen lässt sich mit einem Tuch und etwas Kriechöl wie dem Turbo-Spray abnehmen. Rost, der unter dem Lack sitzt und die Farbe aufwirft, gehört angesehen; bei tragenden Teilen kommt das Rad zu uns auf den Ständer.

Reicht Wasser allein?
Für frischen Staub ja. Sobald Öl im Spiel ist, verteilt Wasser den Film, statt ihn zu lösen; dafür ist der Reiniger da.

Woran merke ich, dass die Kette nicht nur schmutzig, sondern verschlissen ist?
An der Längung. Wie du sie misst und wann der Tausch ansteht, steht in der Kaufberatung Fahrradkette.

Wenn du unsicher bist, welches Mittel dein Rad braucht, komm in unserer Werkstatt in Berlin Prenzlauer Berg vorbei; das lässt sich am Objekt in einer Minute klären. Und für Werkstatttermine gilt: Wir bitten darum, das Rad vorher zu reinigen. Die halbe Stunde zu Hause spart Arbeitszeit am Gerät, und wir sehen sofort, worum es geht.

Weitere interessante Themen